Heike Rundnagel (links) und Susann Hutfilter

Zwei neue Programmbereiche für junge Zielgruppe und digitales Lernen

|   Ankündigung

Lesen Sie mehr im Interview mit unseren zwei neuen Mitarbeiterinnen über die „junge vhs“ und „Digitales Lernen, Arbeit/Beruf und neue Medien“.

Lebensbegleitendes Lernen bedarfsorientiert und wohnortnah zu ermöglichen, ist das Ziel der Volkshochschule (vhs) Marburg-Biedenkopf. Dazu gehört es auch, dieses Angebot regelmäßig zu überprüfen und neue Themenfelder und Zielgruppen zu erschließen.

Vor diesem Hintergrund entstand der Programmbereich „junge vhs“. Außerdem wurde der bisherige Bereich „Arbeit und Beruf“ mit verändertem Schwerpunkt unter dem Titel „Digitales Lernen, Arbeit/Beruf und neue Medien“ neu besetzt. Im Interview erklären die neuen pädagogischen Mitarbeiterinnen Susann Hutfilter (Bereich „junge vhs“) und Heike Rundnagel („Digitales Lernen, Arbeit/Beruf und neue Medien“) die veränderten Schwerpunktsetzungen in der vhs-Arbeit.

Frau Hutfilter, eigentlich ist die vhs eine klassische Einrichtung der Erwachsenenbildung. Warum nimmt die vhs die Zielgruppe der jungen Menschen gerade jetzt mehr in den Blick?

Susann Hutfilter: Die vhs möchte auch künftige Generationen als Kund*innen gewinnen. Im Grunde genommen ging es bei beiden neuen Bereichen darum, wie die vhs zukunftsfähig bleiben kann. Die vhs ist Teil des Haus der Bildung, das bewusst die Bereiche Schule, vhs und Senior*innen vereint, um Bildung ganzheitlich zu denken.

Was macht ein attraktives Angebot für Kinder und Jugendliche aus Ihrer Sicht aus?

Susann Hutfilter: Das Angebot der vhs für Kinder und Jugendliche muss aus meiner Sicht lebensnah sein und zu den Fragen und Themen der Kinder passen. Bspw. wie kann ich mein Fahrrad selbst reparieren oder wie kann ich mein eigenes Computerspiel entwickeln? Meine Vision ist es, dass Kinder und Jugendliche Einfluss auf die Inhalte des vhs-Programms haben und auf die Form des Lernens. Ganz nach der Devise: So macht mir Lernen Spaß, und dann mache ich auch mit! Attraktiv ist ein Angebot auch dann, wenn es wohnortnah ist, deshalb nutzen wir auch die Infrastruktur vor Ort. Weite Strecken zurückzulegen ist für Familien mit Kindern unrealistisch.

Im Landkreis Marburg-Biedenkopf befassen sich auch andere Einrichtungen mit Bildungsangeboten für Kinder und Jugendliche.

Wie sehen Sie hier die Rolle der „jungen vhs“?

Susann Hutfilter: Wir sehen unsere Arbeit ergänzend zu den Angeboten in Schulen, Kitas, der Jugendförderung und -pflege, Vereinen und Initiativen. Dafür brauchen wir zunächst eine Bedarfsanalyse und möchten gern den Austausch pflegen, um passgenau in die Lücken reinzugehen. Das kann z. B. sein, Ferienprogramme zu entwickeln oder in den Ortschaften Angebote zu machen, die noch nicht flächendeckend abgedeckt sind. Ich würde mich insgesamt sehr freuen, wenn wir gemeinsam Bildung für Kinder und Jugendliche weiterentwickeln, und ich freue mich über jede Anregung zum Programm, möchte gerne die Zusammenarbeit pflegen und stärken oder zum Austausch einladen.

Vielen Dank Frau Hutfilter! Nun zu Ihnen, Frau Rundnagel und dem Programmbereich „Digitales Lernen, Arbeit/Beruf und neue Medien“. Die Digitalisierung ist ja nicht erst seit Corona in aller Munde. Wo liegen aus Ihrer Sicht die Herausforderungen?

Heike Rundnagel: Gesamtgesellschaftlich gesehen war und ist das Thema Digitalisierung vor Corona zwar präsent, wurde aber unumgänglich mit den Anforderungen der Pandemie (Social Distancing, Home Office, Home-Schooling). In dieser Zeit mussten ad hoc praktikable Lösungen geschaffen werden. In unserem Landkreis – und natürlich auch darüber hinaus – waren alle Personengruppen von solchen Herausforderungen betroffen. Wir sollten hier meiner Meinung nach, bedarfsorientierte Angebote schaffen, die alle gleichermaßen mitnehmen und einen verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien vermitteln, reflektieren und vertiefen.

Welche Rolle kann hier die vhs einnehmen?

Heike Rundnagel: Mit der Erweiterung und Umbenennung des Programmbereichs sollen nun die Bereiche „Digitales Lernen und neue Medien“ stärker berücksichtigt werden. Hierbei ist es uns wichtig die Menschen dort abzuholen, wo sie stehen. Dazu gehört der „klassische vhs-Kurs vor Ort“ genauso wie „neue“ Formate. Erfolgreich umgesetzt werden bereits reine Online-Angebote wie z. B. die Elternakademie. Perspektivisch sollen mehr hybride Formate entstehen, denn natürlich wäre es reizvoll, hochkarätige vhs-Vorträge, die entsprechend unseres Profils dezentral im Landkreis stattfinden, für eine Online-Teilnahme von zu Hause aus zu öffnen. Hier sind wir gerade im Aufbau.

Ihre Stelle hat aber nicht nur eine Seite, sondern eine Doppelfunktion. Wie würden Sie diese beschreiben?

Heike Rundnagel: Ja, das ist richtig. Neben meinen zuvor beschriebenen Tätigkeiten in der Konzeption von Angeboten obliegen mir die Administration der vhs-Cloud, sowie die Bereitstellung der IT-Infrastruktur für die Angebote der vhs. Mit der Cloud haben wir eine sichere Plattform, auf der sich unsere Kund*innen sowie Kursleitende und Mitarbeitende bewegen können. Bei der IT-Infrastruktur geht es um die Bereitstellung von technischem Equipment wie Laptops, Beamer, Mikrofone, Lautsprecher, etc.

Was nehmen Sie für die Ausrichtung Ihrer Arbeit aus der Corona-Pandemie mit?

Heike Rundnagel: Ich finde vor und während der letzten Jahre ist deutlich geworden, dass eine digitale Grundbildung bzw. digitale Kompetenzen immer notwendiger werden und dies die gesamte Gesellschaft betrifft. Mittlerweile wissen viele Menschen wie sie im Internet Informationen finden, und tatsächlich haben die Menschen in den vergangenen drei Jahren sich auch unglaublich viel

selbst angeeignet. Diesen Umstand möchten wir als vhs nutzen, um diese Menschen gezielt anzusprechen und als Kursleitungen zu gewinnen, damit dieses Wissen genutzt und weitergegeben wird.

Das Interview führten Claudia Römer und Laura Scheld vom Fachdienst Organisation des Landkreises Marburg-Biedenkopf.


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